Zur Haftung von Ltd.-Gesellschaftern

Wie hoch ist das Risiko der Haftung der Ltd.-Gesellschafter?
Da es im englischen Recht keine Vorschrift gibt, die das Mindestkapital vorgibt, sind solche in Deutschland üblichen Haftungstatbestände wie die Durchgriffshaftung nicht vorhanden. Die Haftung von Ltd.-Gesellschaftern beschränkt sich auf das eingezahlte Kapital, einen wie im deutschen Recht bekannten sog. existenzvernichtender Eingriff durch Kapitalentzug, der eine Haftung begründen könnte, gibt es daher nicht. Anders sieht es aus, wenn der Ltd. pflichtenwidrig Kapital entzogen und sog. unerlaubte Handlungen begangen werden. Dann könnte eine Haftung einsetzen, besonders, wenn die Ltd. von Deutschland aus agiert. Es wäre dann ggf. möglich, dass das viel stärker greifende deutsche Recht angewendet wird. Das Privatvermögen der Ltd.-Gesellschafter ist besser geschützt als das der GmbH-Gesellschafter.
Generell bitte beachten: Bei allen Londoner Turbulenzen nach dem EU-Austritt  gibt es auch im Jahr 2020 bisher keine Anzeichen dafür, dass eingespielte Abläufe im Umgang mit Ltd. und deren Registrierung verändert werden würden. Selbst für den Fall, dass es Schwierigkeiten oder Verzögerungen im Verlaufe der gemeinsamen Verhandlungen in der so genannten Übergangszeit bis zum 31. Dezember 2020 geben könnte,  dürfte sich an bewährten Verfahrensweisen im Umgang mit Wirtschafts- und ähnlichen Auskünften angesichts verbleibender gegenseitiger Abhängigkeiten nichts wesentliches ändern.

Infos über Ltd.-Gesellschafter einer eingetragene Ltd.-Gesellschaft gibt es hier:

Ltd.-Gesellschafter

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