Beeinflusst der Brexit eine Ltd. – Auskunft?

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Wie kommt man während der Brexit-Verhandlungen – oder danach – an eine Auskunft über eine Ltd., die auch in Deutschland tätig ist?

Es handelt sich bei einer Ltd. um eine Kapitalgesellschaft nach britischem Recht, bei der ihre Gesellschafter nicht persönlich haften, ähnlich wie bei der deutschen GmbH. Die “Gründungshürden” sind sehr gering, weil die Gesellschafter bei der Gründung quasi kein Stammkapital aufbringen müssen.Man schätzt, dass es gegenwürtig zwischen 8.000 und 9.000 registrierte britische Ltd. in Deutschland gibt, die Zahlen aber seit einiger Zeit leicht rückläufig sind.
Das mag auch daran liegen, dass während der Brexit-Verhandlungen die diesen britischen Gesellschaften zugebilligte Niederlassungsfreiheit erst noch geklärt werden muss: Veränderungen in der Niederlassungsfreiheit würden wahrscheinlich Veränderungen in der Anerkennung dieser Gesellschften nach sich ziehen, die dann wohl nicht den strengeren Regeln einer GmbH genügten und so wie eine GbR oder OHG behandelt werden würden. Das wiederum hätte die persönliche Haftung der Gesellschafter für Verbindlichkeiten zur Folge – oder, um das zu vermeiden, eben doch die komplizierte und teure Umwandlung zur GmbH.

Auch wenn nach dem Treffen von EU-Kommisionspräsident Juncker und der Britischen Premierministerin May Anfang Dezember noch „kein Durchbruch“ erzielt wurde, so mehren sich doch die Anzeichen, dass man in absehbarer Zeit einen Modus Vivendi bei der Lösung der vorgelagerten Streitfragen – die Rechte der Bürger, die Irland-Problematik und die Höhe der Zahlungen der Briten an die EU betreffend – finden wird. In diesem Zusammenhang klangen schon öfter Vokabeln wie „Wirtschafts- und Zollunion“ an, die man daran anschließend verhandeln wolle. Der Wille zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum scheint also auf beiden Seiten pragmatisches Ziel zu sein. Damit steigen die Chancen darauf, dass bisher bewährte Verfahrensweisen im Bereich der Niederlassungsfreiheit und im Umgang miteinander, Wirtschafts- und ähnliche Auskünfte betreffend, erhalten bleiben.
Es ist allerdings klar, dass während der Brexit-Verhandlungen noch die Grundfreiheiten der EU-Verträge für Großbritannien gelten müssen. Deswegen werden sich Gesellschaften britischer Rechtsform während der Verhandlungen weiterhin auf Art. 49 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union berufen können. Aus der dort garantierten Niederlassungsfreiheit folgt aber zugleich, dass selbst die Neugründung von Ltd. mit Verwaltungssitz in Deutschland prinzipiell weiter möglich ist und von den deutschen Gerichten bis dahin akzeptiert werden muss.
Manch einer, der also jetzt schon lauthals Umwandlungen von Ltd. fordert, handelt dabei wohl überwiegend im eigenen (Kundengewinnungs-)Interesse.

Gegenwärtig und wohl bis zum Ende der Brexit-Verhandlungen gelten grundsätzlich noch die bisher üblichen Gegebenheiten und Abläufe: Die Ltd. Company ist beim Handelsregister in England registriert, dem Companies House. Von dort erhält man allerdings keinen direkt mit dem deutschen Handelsregister vergleichbaren Handelsregisterauszug. Denn im Gegensatz zu den Regularien, die in der Bundesrepublik Deutschland gelten,  haben englische Gesellschaften umfangreichere Verpflichtungen, was die regelmäßige Übermittlung von Dokumenten an das dortige Handelsregister betrifft.
Die verlangte Ltd.-Auskunft kann also aus einer Vielzahl von abrufbaren Dokumenten, die von der Ltd. häufigig, meist jährlich, eingereicht werden müssen, bestehen. Da jedes einzelne Dokument wiederum kostenpflichtig abrufbar ist, sollte man neben guten Sprach- und Fachkenntnissen auch wissen, an welchen Informationen und Auskünften man wirklich interessiert ist – sonst können die anfallenden Kosten schnell in ungeahnte Höhen steigen.
Es bietet sich also in solchen Fällen häufig die Inanspruchnahme eines versierten und seriösen Dienstleisters an, der auch den zu den gewünschten Informationen passenden Kostenrahmen kennt.

Und der natürlich genau an dieser Stelle auf eine mögliche, auch kostenseitige, Vereinfachung des Verfahrens hinweist:
Denn wenn eine Ltd. zwar in England registriert ist, aber ihren Geschäftsschwerpunkt in Deutschland hat, dann muss sie auch in das für sie regional zuständige deutsche Handelsregister mit dieser ihrer Zweigniederlassung eingetragen werden. Dieser Handelsregisterauszug hat dann natürlich das hier in Deutschland übliche Aussehen und er enthält alle relevanten Daten über eine Ltd., wenngleich ohne Angaben zu den Gesellschaftern.

Auftragsformular: Ltd. Auskunft

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