Woher bekommt man eigentlich Infos über eine englische Ltd.?

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Unterschiede im Verfahren in Deutschland und England – was ist zu beachten?

Anders als in Deutschland werden die Handelsregister in England nicht von einem Gericht, sondern von einer ministeriellen Verwaltungsbehörde geführt. Das so genannte Companies House führt alle Handelsregister im Vereinigten Königreich – mit dem Hauptsitz der Behörde in Cardiff und Filialen in London und Edinburgh.

Jede Englische Ltd. ist beim Handelsregister registriert, dem erwähnten Companies House. Dort kann man Dokumente über eine einzelne englische Ltd. abrufen, dies jedoch kostenpflichtig (Kreditkarte). Es gibt aber Unterschiede zum Aussehen und den Inhalten eines Handelsregisterauszuges, wie man ihn von Deutschland her kennt, denn Aufgabe des Companies House ist die Eintragung und Löschung von Gesellschaften nach britischem Recht ins Register. Das Companies House prüft und speichert zudem meldepflichtige Informationen der Gesellschaften und stellt sie der Öffentlichkeit zur Einsichtnahme zur Verfügung. Da zudem die englische Ltd. regelmäßig, meist jährlich, Erklärungen an das Handelsregister einreichen muss, ohne dass etwa Veränderungen eingetreten wären, kann das schnell zu einer Vielzahl von abrufbaren Dokumenten und damit ausufernden Kosten führen. Man sollte sich also schon etwas auskennen in der Materie, sonst kann es wegen unnötig abgerufener Dokumente schnell recht teuer werden. Auch reichen umgangssprachliche Kenntnisse im Englischen kaum aus, um den Inhalt bestimmter Termini richtig zu verstehen. Deswegen gibt es mehrere gute Gründe, einen versierten Dienstleister mit der Recherche zu beauftragen.

Wenn die englische Ltd. jedoch den Geschäftsschwerpunkt in Deutschland hat, dann muss sie sich nicht nur im englischen Handelsregister eintragen, sondern auch mit einer Zwiegniederlassung beim regional zuständigen Handelsregister in Deutschland. Und wenn die Eintragung erfolgt ist, dann kann man einen deutschen Handelsregisterauszug abrufen, welcher dann alle relevante Informationen der englischen Ltd. enthält, mit Ausnahme der Gesellschafter (Shareholder). Diese Angaben müssten dann, falls wirklich benötigt, über das englische Handelsregister abgerufen werden.

Inwieweit sich an diesem Verfahren etwas im Zuge des britischen EU-Austritts ändern wird, ist heute noch nicht absehbar. Auch wenn nach dem Treffen von EU-Kommisionspräsident Juncker und der Britischen Premierministerin May Anfang Dezember noch „kein Durchbruch“ erzielt wurde, so mehren sich doch die Anzeichen, dass man in absehbarer Zeit einen Modus Vivendi bei der Lösung der vorgelagerten Streitfragen – die Rechte der Bürger, die Irland-Problematik und die Höhe der Zahlungen der Briten an die EU betreffend – finden wird. In diesem Zusammenhang klangen schon öfter Vokabeln wie „Wirtschafts- und Zollunion“ an, die man daran anschließend verhandeln wolle. Der Wille zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum scheint also auf beiden Seiten pragmatisches Ziel zu sein, so dass es auch für eine Fortschreibung bisher garantierter Niederlassungsfreiheit gut aussehen würde. Damit steigen die Chancen darauf, dass bisher bewährte Verfahrensweisen im Umgang miteinander, Wirtschafts- und ähnliche Auskünfte betreffend, erhalten bleiben.
Es ist  klar, dass während der Brexit-Verhandlungen ohnehin noch die Grundfreiheiten der EU-Verträge für Großbritannien gelten müssen. Deswegen werden sich Gesellschaften britischer Rechtsform während der Verhandlungen weiterhin auf Art. 49 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union berufen können. Aus der dort garantierten Niederlassungsfreiheit folgt aber zugleich, dass selbst die Neugründung von Ltd. mit Verwaltungssitz in Deutschland prinzipiell weiter möglich ist und von den deutschen Gerichten bis dahin akzeptiert werden muss.
Denkbar ist ein Staatsvertrag zwischen beiden Ländern, der mögliche Sonderregelungen festlegt. Oder aber auch der Verbleib Großbritanniens im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Dieser Freihandelszone, innerhalb der Niederlassungsfreiheit gilt, gehören beispielsweise Norwegen, Island und Liechtenstein an.

Auftragsformular: Ltd. Register

 

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