Woher bekomme ich einen Auszug aus dem Ltd.-Handelsregister?

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Woher bekomme ich einen Handelsregisterauszug über eine englische Ltd.?

Der Umgang mit Handelsregisterauszügen in England ist etwas anders geregelt als in der Bundesrepublik, es stellt sich deshalb häufig die Frage: Woher bekomme ich solche Dokumente? Was brauche ich wirklich und auf welche (kostenpflichtige) Auskunft kann ich verzichten?
Die englichen Ltd.-Gesellschaften sind beim Handelsregister in England registriert, beim Companies House in Cardif. Die Adresse der Behörde im Vereinigten Königreich lautet: Companies House, Crown Way, Cardiff CF14 3UZ.
Dort kann man eine Vielzahl von Dokumenten über jede einzelne bestehende englische Limited abrufen, jedoch ist das natürlich kostenpflichtig  und mit Kreditkarte zu bezahlen. Da eine Ltd. in England viel häufiger Unterlagen einreichen muss als eine vergleichbare oder ähnliche Gesellschaft in Deutschland kommt es schnell zu zu einer Vielzahl von hinterlegten und abrufbaren Dokumenten. Neben einer guten Kenntnis der englischen Sprache ist auch Fachwissen nötig, um aus dieser Menge das Richtige zu bestellen. Ein Annual Report ist eben nicht nur ein Jahresbericht, sondern ein Dokument, das einer deutschen Jahresbilanz gleichkommt, ein Director ist der Geschäftsführer, ein Shareholder ein Gesellschafter usw. Es ist daher günstig, mit dem Abruf von Dokumenten jemanden zu beauftragen, der sich damit auskennt bzw. Erfahrungen mit dem Aufbau des Handelsregisters in England hat. Sonst kann es teuer werden.

Natürlich sind englische Ltd., die ihren Geschäftsschwerpunkt in Deutschland haben, auch im deutschen Handelsregister mit einer Zweigniederlassung vertreten und dort abrufbar. Wenn man es genauer wissen will, dann sollte man allerdings auch nach Erhalt einer Auskunft aus einem deutschen Handelsregister zusätzlich beim Companies House in England prüfen. Denn es ist schon vorgekommmen, dass die Zweigniederlassung in Deutschland noch registriert war, die eigentliche englische Ltd. beim Handelsregister in England aber bereits gelöscht wurde. Das kann beispielsweise passieren, wenn eine englische Ltd. gegenüber dem Handelsregister England bestimmte Pflichten versäumt hat, gelöscht wurde und dies dem deutschen Handelsregister nicht mitgeteilt wurde.
Dann ist diese Gesellschaft in Deutschland einfach weiter geschäftlich aktiv. Über die Gründe dafür kann man zumeist nur spekulieren, man sollte aber zumindest diesen Sachverhalt kennen.
Wir holen seit Jahren die Auskünfte über englische Ltd. ein und wissen, welche Datensätze relevant sind und welche eher nicht. In der Regel können wir diese im Cardiffer Companies House abrufbaren Dokumente dann innerhalb von wenigen Stunden übermitteln.
An dem geschilderten Verfahren wird sich nach Expertenmeinung auch während oder nach den Brexit-Verhandlungen wahrscheinlich wenig ändern. Es überwiegt die Prognose, dass Großbritannien wie Norwegen, Island oder Lichtenstein auch Teil des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) bleiben wird. Dort ist Niederlassungsfreiheit garantiert, was die Fortschreibung bisheriger Verfahrensweisen bedeuten würde.
Auch wenn nach dem Treffen von EU-Kommisionspräsident Juncker und der Britischen Premierministerin May Anfang Dezember noch „kein Durchbruch“ erzielt wurde, so mehren sich doch die Anzeichen, dass man in absehbarer Zeit einen Modus Vivendi bei der Lösung der vorgelagerten Streitfragen – die Rechte der Bürger, die Irland-Problematik und die Höhe der Zahlungen der Briten an die EU betreffend – finden wird. In diesem Zusammenhang klangen schon öfter Vokabeln wie „Wirtschafts- und Zollunion“ an, die man daran anschließend verhandeln wolle. Der Wille zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum scheint also auf beiden Seiten pragmatisches Ziel zu sein, so dass es auch für eine Fortschreibung bisher garantierter Niederlassungsfreiheit gut aussehen würde. Damit steigen die Chancen darauf, dass bisher bewährte Verfahrensweisen im Umgang miteinander, Wirtschafts- und ähnliche Auskünfte betreffend, erhalten bleiben.
Während der Brexit-Verhandlungen gelten auf alle Fälle ohnehin noch die Grundfreiheiten der EU-Verträge für Großbritannien. Deswegen werden sich Gesellschaften britischer Rechtsform während der Verhandlungen weiterhin auf Art. 49 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union berufen können. Aus der dort garantierten Niederlassungsfreiheit folgt aber zugleich, dass die Neugründung von Ltd. mit Verwaltungssitz in Deutschland prinzipiell weiter möglich ist und von den deutschen Gerichten bis dahin akzeptiert werden muss.

Wir bemühen uns, diese Entwicklungen weiter im Auge zu behalten.

Auftragsformular:   Ltd.-Handelsregister

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