Englische Limited Company – in Deutschland aktiv

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Wie erhalte ich schnell Informationen zu einer in Deutschland aktiven, aber eigentlich für England typischen Ltd.?

Limited Company (Ltd.) wird im britischen Gesellschaftsrecht eine nicht börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Haftungsbeschränkung genannt. Sie ist im Vereinigten Königreich auch für kleine und mittlere Unternehmen die gebräuchlichste Form der Kapitalgesellschaft und erfüllt  ähnliche wirtschaftliche Funktionen wie die deutsche oder österreichische Gesellschaft mit beschränkter Haftung. (GmbH). Da solche Gesellschaften weitestgehende Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU besitzen geht man davon aus, dass wegen deren schnellen Gründungsmöglichkeiten und des geringen Nominalkapitals mehrere tausend Ltd. auch in Deutschland existieren.

Die englische Limited ist zwar in England registriert, beim Companies House in Cardiff, eine Einrichtung ähnlich den deutschen Handelsregistern. Aber wenn die englische Limited Company vordergründig in Deutschland geschäftlich aktiv ist, dann muss sie sich normalerweise auch beim örtlichen Handelsregister in Deutschland mit einer Zweigniederlassung registrieren. Das ist aber leider manchmal nicht der Fall, denn die hiesigen Amtsgerichte bzw. Registergerichte prüfen das nicht von sich aus. Daher kann es oft mühselig sein, die entsprechenden Informationen über die englische Ltd. in Deutschland zu finden.

Wenn man hier von Deutschland aus nach Infos über eine englische Limited sucht, dann ist zunächst die Suche deutschlandweit im Handelsregister sinnvoll. Wenn da nichts zu finden ist, dann sollte man es in England probieren. Beim Companies House sind viele Tausend Ltd. geführt, auch alle gelöschten Ltd. zurück bis in die 1980er Jahre.

Achtung: Dort angeforderte Dokumente kosten natürlich Geld. Da eine Limited Company anders als viele Unternehmen in Deutschland regelmäßig zahlreiche Dokumente einreichen muss, kann es nicht ganz einfach sein, aus dieser vorhandenen Vielzahl dann genau die beste Auswahl zu treffen. Zumal, wenn man sich mit den ökonomischen und juristischen Fachbegriffen in der englischen Sprache nicht gut genug auskennt.

Eine Bemerkung in Richtung Brexit: Solange Großbritannien ein EU-Land ist, muss der deutsche Staat die Limiteds auch hier wie Gesellschaften mit beschränkter Haftung behandeln, obwohl sie dafür nach deutschem Recht die Bedingungen nicht erfüllen, weil deren Gesellschafter nicht für die Verbindlichkeiten des Unternehmens haften. Wenn Großbritannien aber im März 2019 die EU verlässt, muss Deutschland das nicht mehr tun. Dann handelt es sich beim praktischen Umgang miteinander bei den Limiteds, sofern nicht anders auf politischer Ebene verhandelt, eventuell nicht mehr um Kapital-, sondern um Personengesellschaften, bei denen die Gesellschafter grundsätzlich persönlich haften.

Auch wenn nach dem Treffen von EU-Kommisionspräsident Juncker und der Britischen Premierministerin May Anfang Dezember noch „kein Durchbruch“ erzielt wurde, so mehren sich doch die Anzeichen, dass man in absehbarer Zeit einen Modus Vivendi bei der Lösung der vorgelagerten Streitfragen – die Rechte der Bürger, die Irland-Problematik und die Höhe der Zahlungen der Briten an die EU betreffend – finden wird. In diesem Zusammenhang klangen schon öfter Vokabeln wie „Wirtschafts- und Zollunion“ an, die man daran anschließend verhandeln wolle. Der Wille zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum scheint also auf beiden Seiten pragmatisches Ziel zu sein, so dass es auch für eine Fortschreibung bisher garantierter Niederlassungsfreiheit gut aussehen würde. Damit steigen die Chancen darauf, dass bisher bewährte Verfahrensweisen im Umgang miteinander, Wirtschafts- und ähnliche Auskünfte betreffend, erhalten bleiben.

Es ist klar, dass während der Brexit-Verhandlungen noch die Grundfreiheiten der EU-Verträge für Großbritannien gelten müssen. Deswegen werden sich Gesellschaften britischer Rechtsform während der Verhandlungen weiterhin auf Art. 49 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union berufen können. Aus der dort garantierten Niederlassungsfreiheit folgt aber zugleich, dass selbst die Neugründung von Ltd. mit Verwaltungssitz in Deutschland prinzipiell weiter möglich ist und von den deutschen Gerichten bis dahin akzeptiert werden muss.

Als erfahrener Dienstleister helfen wir Ihnen da gern. Auch mögliche weitere Fragen im Zuge der Brexit-Verhandlungen (Bleibt die Niederlassungsfreiheit bestehen? ) haben wir im Blick. Über diesen Link kann man einen Auszug über eine Limited Company aus dem englischen Handelsregister abrufen.

Auftragsformular: Limited Company – Deutschland

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