Wie erfahre ich etwas zu einer Ltd. mit Zweigniederlassung in Deutschland?

 

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Sie möchten Angaben zur Geschäftstätigkeit einer Gesellschaft in Deutschland erfahren, die in England als sogenannte “Limited” (Ltd.) gegründet wurde oder etwas zu deren Registratur in Deutschland wissen?

Das ist durchaus möglich. Vorab: Wenn in Publikationen von der “Limited” oder “Limited Company” gesprochen wird, ist in aller Regel die “private company limited by sharesgemeint, die in England für kleine und mittlere Unternehmen am häufigsten verwendete Unternehmensform und damit die verbreitetste Form der Kapitalgesellschaft im Vereinigten Königreich. Sie weist Übereinstimmungen, aber auch Unterschiede zur in Deutschland oder Östereich als GmbH bekannten Gesellschaftsform auf. Die Ltd. werden in England im sog. “Companies House” in Cardiff registriert. Dort müssen auch, anders als in Deutschland, jährlich immer wieder bestimmte Dokumente hinterlegt werden, was schnell zu einer Vielzahl dort vorhandener Papiere führen kann. Da kann es im Recherchefall schon aus Kostengründen (unübersichtliche Vielzahl kostenpflichtig abrufbarer Dokumente) sinnvoll sein, einen versierten Dienstleister zu beauftragen.

Sobald eine in England registrierte Ltd. ihren Geschäftsschwerpunkt in Deutschland hat, muss diese Ltd. sich hier in Deutschland mit einer Zweigniederlassung in das regional zuständige Handelsregister eintragen lassen. Neben einem Eintragungsantrag an das entsprechende Handelsregister muss ein beglaubigter Beschluss der Gesellschafter sowie die Satzung der Ltd. in zweisprachiger und beglaubigter Form eingereicht werden. Das muss die Gesellschaft in England machen lassen.
Bei der Eintragung einer Ltd. als Zweigniederlassung in Deutschland entstehen die für eine Eintragung im Handelsregister üblichen Gebühren des jeweiligen zuständigen Registergerichts.
Und: Die Zweigniederlassung der Ltd. in Deutschland wird in punkto Zwangsmitgliedschaft zur IHK behandelt wie eine ganz normale Kapitalgesellschaft.

Ob das alles im Zuge der Brexit-Verhandlungen so bleibt, ist gegenwärtig noch nicht endgültig einzuschätzen.

Seit dem zweiten Dezemberwochenende gehen sowohl die EU wie auch die Briten davon aus, dass nach weitestgehender Klärung der drei vorgelagerten Grundfragen (Rechte der Bürger, Nordirland, Zahlungen) kurzfristig der Startschuss für die zweite Brexit-Verhandlungsphase erfolgt. In deren Mittelpunkt steht ein Freihandelsvertrag. Der Wille zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum scheint also auf beiden Seiten nicht nur pragmatisches Ziel zu sein, sondern auch  aktuelles Kernthema im Klärungsprozess zu werden. Damit erhöht sich die Chance, auch eine Fortschreibung bisher garantierter Niederlassungsfreiheit zeitnah zu vereinbaren. So könnten bewährte Verfahrensweisen im Umgang miteinander, wesentliche Wirtschafts- und ähnliche Auskünfte betreffend, erhalten bleiben. Es ist allerdings klar, dass sowieso während der Brexit-Verhandlungen noch die Grundfreiheiten der EU-Verträge für Großbritannien gelten müssen. Deswegen werden sich Gesellschaften britischer Rechtsform während der Verhandlungen weiterhin auf Art. 49 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union berufen können. Aus der dort garantierten Niederlassungsfreiheit folgt aber zugleich, dass selbst die Neugründung von Ltd. mit Verwaltungssitz in Deutschland prinzipiell weiter möglich ist und von den deutschen Gerichten bis dahin akzeptiert werden muss.

Wir helfen Ihnen gern dabei, schnell und seriös zu den entsprechenden Dokumenten zu kommen. Wenn Sie Informationen über eine eingetragene Ltd. benötigen: Ltd.Deutschland.Register

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